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Sun, 09/10/2017 - 16:24

Friedenscafé oder Friedlichkeitscafé

Denn ist es nicht so, dass sich eigene Überzeugungen, Sympathien und Antipathien meist erst im Abgleich mit anderen Überzeugungen ausbilden bzw. sichtbar werden – auch für einen selbst? Dazu wurde aber vom Design des Friedenscafés fast nichts getan. Die Aufsteller zeugen von akademisch formuliertem Minimalkonsens der Amtsträger und Galleonsfiguren der Friedensinitiativen. Im Tonfall ist spürbar, wie mühsam es war, dahin zu kommen. So erscheint das Friedenscafé eher als ein Friedlichkeitscafé. Als Minimalkonsens der in Grabenkämpfen ermatteten Teilnehmer der Evangelischen Friedensarbeit. Und eben nicht als ein Ort der zum Querdenken, zum Weiterdenken oder auch ein zum Einlenken inspirierender Ort… wenn da nicht die Gesprächspartner aus der Evangelischen Friedensarbeit säßen, die immer wieder das kompensierten, was fehlte: Anstöße um die Weltausstellung zur Denkfabrik in Sachen friedensorientierter Weltverantwortung zu machen. Um konkret zu sein: neben der Zone des inneren Friedens, der Zone des Dialoges und der des äußeren Friedens/Unfriedens (See-Installation) hätte es die Zone der Debatte gebraucht. Dort hätte entweder die Geschichte der christlichen Friedensethik in all ihren Kontroversen dargestellt werden können oder schroffe Thesen aus den idealistischen, den linken wie den konservativen Glaubenstraditionen aufeinandertreffen können. Nirgendwo steht doch heute die evangelische Einheit so in Frage wie in der Stellung zu Militär und Frieden. Alexander Liermann - Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr -

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