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11.09.2017

Angst vor Friedens-Fragen?

Mein Rundgang durch die Torräume der Weltausstellung zeigte mir, dass wir im Café Friedenswege in einem wesentlichen Punkt hinter anderen Themenbereichen und Präsentationen zurückblieben: Wir haben die Besucher nicht mit einer Botschaft, mit Materialien oder Impulsen empfangen. Die für den Schluss-Rundgang erarbeitete Präsentation bestand zu einem großen Teil aus einer Zusammenstellung von Fotos, die dadurch zustande gekommen waren, dass Besucher des Cafés sich mit ihren eigenen Botschaften (einem Satz auf einem Karton) vorstellten. Das führte dann zu dem Ertrag: „Unsere Botschaft ist das, was die Leute als ihre Botschaft mitgebracht haben.“ Ich finde zwar gut, auf die Menschen und ihre Meinungen zu hören. Ich denke aber auch, dass viele mit der Erwartung gekommen sind, eine Botschaft gesagt zu bekommen, eine Erkenntnis im Dialog zu gewinnen. Ich glaube, wer ein Dialog-Café besucht, will doch dort nicht nur sich selbst begegnen und seine mitgebrachte Meinung kundtun. 

Ich hätte z.B. gern gesehen, wenn das „Magdeburger Friedensmanifest“ vorgestellt und bekanntgemacht worden wäre. Mir wurde entgegengehalten, das sei nicht erfolgt, weil es ja kein Konsens-Papier ist. Das sehe ich auch so. Aber es ist auch keine Lehr- oder Bekenntnisschrift. Also man darf, kann und muss darüber reden und streiten. Im Café hätte das passieren müssen - schließlich ist das „Manifest“ ein Resultat des Magdeburger „Kirchentages auf dem Wege“. Die Planer des Café Friedenswege (die Konferenz für Friedensarbeit der EKD und die Evangelische Militärseelsorge bei der Bundeswehr) hatten Angst vor Streit um das Magdeburger Friedensmanifest“. Warum eigentlich?

Martin Rambow - Netzwerk Friedenssteuer

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